Am Donnerstag, dem ersten Tag der SPIEL 2026 in Essen, war Rooms & Roomies mein erster Loot des Tages. Der Stand von Deep Print Games in Halle 3 lag direkt neben dem Eingang, und nach einer kurzen Einführung und einer Proberunde auf Englisch mit zwei zufälligen Mitspielern war die Entscheidung gefallen.
Worum geht’s?
In Rooms & Roomies übernehmt ihr die Rolle von WG-Gründern. Jeder startet mit einem zufälligen Raum – im Karton stecken fünf doppelseitige, also zehn verschiedene Starträume. Zur Startausrüstung gehören ein 3D-Lieferwagen mit zunächst sechs freien Feldern sowie ein Gutschein. Gespielt wird über vier Runden, also vier Tage.
Shoppen bei IDEA
Startspieler ist, wer zuletzt in einem Möbelhaus war. Mit einem Einkaufswagen als Spielfigur geht es durch die Gänge des Einrichtungshauses „IDEA“, das auf dem Spielbrett abgedruckt ist. IDEA besteht aus einer Resterampe (dem Sale) mit Möbeln aus der letzten Runde, vier normalen Bereichen zum Shoppen und einem Café, in dem man pro Tag einen weiteren Mitbewohner mitnehmen kann.
Der Einkaufswagen darf sich an einem Tag nur in eine Richtung bewegen, dafür aber so weit man möchte – zwischen null und sechs Räumen. Man darf auch stehen bleiben, um im selben Raum erneut etwas einzusammeln. Möbelstücke landen auf der Ladefläche des Transporters, für Mitbewohner ist ein Platz in der Fahrerkabine reserviert. Ist die Ladefläche voll, kann nichts mehr eingesammelt werden.
An der Kasse
Wer an der Kasse ankommt und einen nicht ganz vollen Transporter hat, bekommt einen Gutschein. Ist der Transporter voll, darf man eines der drei Werkzeugfelder auf der Ladefläche entfernen, um mehr Platz zu schaffen, oder das Werkzeug aufwerten (2 Siegpunkte pro Aufwertung).
Danach darf man einen weiteren Raum anbauen (mit oder ohne Badezimmer). Jeder neue Raum bringt ein Tür-Plättchen mit und darf beliebig angebaut werden, solange kein Fenster an der Wand eines anderen Raumes liegt – eine Tür darf ein Fenster aber ersetzen. Alternativ nimmt man einen Gutschein oder lässt sich ein beliebiges Möbelstück aus dem Sale bzw. ein zufälliges kleines Möbelteil aus dem Beutel vor die Haustür liefern.
Wer schon an der Kasse wartet, wiederholt diese Aktion jede Runde, bis alle angekommen sind. Kommt jemand anderes als der Startspieler zuletzt an, wechselt der Startspieler.
Einrichten
Anschließend verteilen alle gleichzeitig ihre Möbel aus dem Transporter und den Lieferungen in der Wohnung. Türen dürfen dabei nicht versperrt werden. Fenster darf man zustellen, das gibt aber Punktabzug bei der Endwertung. Wichtig sind die Grundbedürfnisse der Bewohner – Essen, Schlafen, Toilette, Dusche oder Wanne – und ihre Einrichtungswünsche, die Extrapunkte bringen. Was nicht in die Wohnung passt (oder soll), wandert in den Sale.
Gutscheine
Gutscheine lassen sich jederzeit für drei Aktionen einsetzen:
- 1 Gutschein: ein Möbelstück aus der Wohnung vor die Haustür stellen. In der Einrichtungsphase bekommt es dann einen neuen Platz oder wandert in den Sale.
- 2 Gutscheine: eine Bestellung aus dem Sale oder dem Beutel aufgeben
- 3 Gutscheine: ein Werkzeug auf dem Transporter aufwerten oder entfernen
Mein Fazit
Durch die vielen verschiedenen Mitbewohner mit ihren Bedürfnissen und die zufällige Möbelauslage gleicht keine Partie der vorherigen. Es macht immer wieder Spaß zu puzzeln – oder sich zu ärgern, wenn einem jemand das nächste Bett schon wieder vor der Nase wegschnappt. Ab 10 Jahren empfohlen, aber ich denke, auch jüngere Spieler mit etwas Sinn für Strategie werden ihre Freude daran haben.
Steckbrief
- Verlag: Deep Print Games (Label von Pegasus Spiele)
- Autor: Juri Alexander – Es ist Juri Alexanders erstes veröffentlichtes Spiel
- Grafik: Annika Heller
- Spieler: 1–5 – Solo-Modus vorhanden
- Dauer: 30–75 Minuten
- Alter: ab 10 Jahren




